Deutschlands First Lady diskutiert mit Azubis und Schülern bei ESTA in Senden


Prominenter Besuch bei ESTA: Deutschlands First Lady Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, nahm vergangene Woche am Azubi-Polit-Talk mit rund 50 Auszubildenden und Schülerinnen und Schülern aus der Region teil.

Initiiert wurde der Austausch von ESTA-Gesellschafter und ehemaligem Bundestagsabgeordneten Alexander Kulitz, der Büdenbender nach einer persönlichen Begegnung spontan für ein Gespräch mit den Nachwuchskräften gewinnen konnte.
Neben Büdenbender diskutierten auch die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan sowie der neu gewählte baden-württembergische Landtagsabgeordnete Mario Schneider mit den jungen Teilnehmern. Seitens ESTA begleiteten Firmeninhaber Peter Kulitz und Alexander Kulitz den Talk. Zu den Gästen im Publikum gehörten unter anderem Neu-Ulms Landrätin Eva Treu, Sendens Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf sowie die Hauptgeschäftsführerin der IHK Ulm Petra Engstler-Karrasch.
Rund 50 Schüler und Auszubildende diskutieren mit politischen Gästen
Die Teilnehmer setzten sich aus ESTA-Auszubildenden, Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse der ESTA-Partnerschule FOSBOS Neu-Ulm sowie Auszubildenden und DHBW-Studierenden mehrerer regionaler Unternehmen zusammen. Dazu zählten unter anderem Rentschler Biopharma, Josef Kränzle, Blech und Technik, ZwickRoell, Butzbach und die Volksbank Ulm-Biberach. Im Vorfeld hatten die jungen Menschen Fragen zu aktuellen politischen Themen vorbereitet, die sie direkt an die Gäste aus Politik und Gesellschaft richten konnten.


Einblicke in das Leben der First Lady
Den Auftakt der Diskussion machte die frisch ausgelernte ESTA-Industriekauffrau Aleyna Parama. Sie fragte Büdenbender nach ihrem Arbeitsalltag und den Themen, die ihr besonders wichtig sind. Die Juristin erklärte, dass sie sich während der Amtszeit ihres Mannes vor allem auf drei Schwerpunkte konzentriere: Bildung, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe. Büdenbender berichtete auch von ihrem eigenen beruflichen Werdegang. Sie stammt aus einer Nicht-Akademikerfamilie und begann ihre Laufbahn mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau in einem Maschinenbauunternehmen, bevor sie Rechtswissenschaften studierte und später viele Jahre als Richterin am Verwaltungsgericht arbeitete.
Diese duale Ausbildung präge sie bis heute, betonte sie. Der Umgang mit Menschen sowie das Verständnis für wirtschaftliche Abläufe seien Erfahrungen gewesen, die ihr später im Berufsleben sehr geholfen hätten. Als First Lady verfüge sie zwar über keine politische Entscheidungsmacht, wolle aber Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Themen schaffen und Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen unterstützen. Als Schirmherrin mehrerer Organisationen – unter anderem bei UNICEF – setze sie sich besonders für die Rechte von Kindern weltweit ein.
Diskussion über Bildung, Bürokratie und Wirtschaft
Auch aktuelle politische Themen standen im Mittelpunkt der Diskussion. Der 23-jährige DHBW-Student Moritz Huckle von ZwickRoell sprach die oft langwierige Bearbeitung von Verwaltungsprozessen wie Baugenehmigungen oder Reisepassanträgen an. Annette Schavan zeigte Verständnis für diese Kritik. Politische Entscheidungen seien häufig in komplexe Verwaltungsstrukturen eingebettet. Gleichzeitig müsse das neue Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung stärker ins Handeln kommen. In der Bildungspolitik äußerte sie sich zudem kritisch zur Rückkehr vieler Bundesländer zum neunjährigen Gymnasium (G9), da jungen Menschen dadurch wertvolle Zeit verloren gehe.

Der Landtagsabgeordnete Mario Schneider betonte, er wolle sich im Landtag besonders für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Baden-Württemberg einsetzen und Bürokratie abbauen. Dabei wolle er auch die Ergebnisse einer aktuellen Unternehmerbefragung der IHK Ulm nutzen.

Social Media und Energiewende im Gespräch
Weitere Themen waren der Umgang mit sozialen Medien sowie die Energiewende. Büdenbender äußerte sich besorgt über zunehmende Hasskommentare und Hetze auf sozialen Plattformen, insbesondere unter jungen Menschen. Sie sprach sich für ein Mindestalter zur Nutzung sozialer Medien aus. Schavan verteidigte den eingeschlagenen Weg der Energiewende und verwies darauf, dass die Region Ulm gute Voraussetzungen habe, um künftig eine stabile Versorgung mit erneuerbaren Energien sicherzustellen.
Lob für engagierte Jugendliche und positive Stimmen zum Polit-Talk
Nach fast zwei Stunden Diskussion zeigte sich Büdenbender beeindruckt vom Engagement der Teilnehmer: „Ihr seid lebhaft dabei. Es ist großartig zu sehen, wie intensiv ihr euch während eurer Ausbildung mit politischen Themen auseinandersetzt.“ Sie ermutigte die Jugendlichen, weiterhin aktiv zu bleiben: „Habt Mut, beteiligt euch, stellt Fragen, sucht Antworten und bleibt im Gespräch – auch wenn ihr unterschiedliche Standpunkte habt.“
Auch die jungen Teilnehmer zogen ein positives Fazit. Die 19-jährige ESTA-Auszubildende Alina Sontheimer sagte: „Ich hätte Anfang der Woche nicht gedacht, dass ich mit der First Lady Deutschlands über Politik diskutieren würde.“

Der 18-jährige Schüler Alexander Gorsch von der FOSBOS Neu-Ulm betonte: „Politik bekommen wir jungen Menschen hauptsächlich über Social Media mit. Mit dem Format heute kamen wir direkt mit den Vertretern in Kontakt. Das war spannend.“ DHBW-Student Moritz Huckle ergänzte: „Ich war positiv überrascht, dass uns die Politiker auf Augenhöhe begegnet sind und unsere Fragen sehr offen beantwortet haben.“
Weitere Polit-Talks geplant
Der Besuch der First Lady reiht sich in eine Serie von Aktivitäten ein, mit denen ESTA seinen Auszubildenden politische Bildung praxisnah vermittelt. In den vergangenen Jahren fanden bereits Polit-Talks, Besuche im Landratsamt Neu-Ulm und im Sendener Rathaus sowie eine politische Bildungsfahrt nach Berlin statt. Weitere Talkrunden sind bereits in Planung.